Héloise du Pic de Viscos (12.10.2012)

Pyrenäenberghund Zwinger du Petit Voyou - Pic de ViscosAls wir mit unseren zwei Mädels im Mai 2012 im Haute Vallée de l'Aude im Urlaub waren, beschlossen wir aufgrund Anshulis Alter einen Besuch bei einem renommierten französischen Pyrenäenberghund-Züchter in den Pyrenäen zu unternehmen.

Mit großer Neugierde und Spannung machten wir uns auf den Weg den Zwinger "du Pic de Viscos" zu besichtigen. Wir waren sehr gespannt, Pyrenäenberghunde, die wirklich im Arbeitseinsatz sind, vom Nahen kennen zu lernen. Bisher kannten wir von zahlreichen Wanderungen in Frankreich nur sehr zurückhaltende, Menschen gegenüber eher misstrauische Arbeitspyris.
Doch bereits vom ersten Moment an waren wir begeistert. Das erwartete Begrüßungskonzert viel überraschend kurz aus und als wir jeden einzelnen Hund von Monsieur Cockenpot vorgestellt bekamen, erwies sich jeder als extrem verschmust und aufgeschlossen. Alle wollten am liebsten auf den Schoß. Welch eine angenehme Überraschung! Wir plauderten fast zwei Stunden über die herrlichen Tiere, wer welche Abstammung hat, wann wer läufig wird, mit wem voraussichtlich gedeckt wird usw. Mit fantastischen Eindrücken machten wir uns an den Rückweg.

Nach langen Gesprächen und Überlegungen, da wir die Zeit mit drei Pyris möglichst kurz halten wollten, beschlossen wir uns im Juni 2012 dazu eine Hündin aus dem ersten Wurf von Flanelle de la chapelle de la pouyaspé vorzubestellen. Zu unserer großen Freude schlossen sich Freunde an und reservierten einen Rüden für ihren Cyrano.

Das Warten wurde nahezu unerträglich, als wir uns am 30.07.2012 auf so tragische Weise von unseren Mädels verabschieden mussten. Wir sehnten uns nach dem so oft zitierten Licht am Ende des Tunnels.

Umso größer war die Erleichterung als am 20. September 2012 die heiß ersehnte Mail aus den Pyrenäen eintraf: Flanelle ist gedeckt und laut Ultraschalluntersuchung tragend, erwarteter Wurftermin 10.10.2012.

Nun hatte das Warten eine ganz andere Qualität. Mit großer Erleichterung und Freude lasen wir am 13. Oktober 2012 die Mail, dass Flanelle am 12. Oktober nachts 8 Welpen geboren hat, 7 Mädels und 1 Bube, alle wohl auf, Abgabe ab 10. Dezember. Somit hatten unsere Freunde ihren Rüden sicher und wir hatten die Qual der Wahl. Da wir schon so zeitig reserviert hatten, hatten wir das Erstaussuchsrecht.

Das große Warten ging jetzt in die nächste Runde! Wann gibt es endlich die ersten Welpenbilder? Sind reinweiße Babies dabei? Wie regelmäßig, hell oder dunkel sind die Abzeichen? Am 23.10.2012 war es dann so weit, endlich kamen die langersehnten ersten Fotos. Mein erster Eindruck machte Mädchen Nummer 2 zu meiner Favoritin. Was sich durch die Fotos am 08.11. bestätigte.

So fuhren wir am Freitag den 07.12.2012 los Richtung Pyrenäen. Die Vorfreude war riesig, aber ebenso die Bedenken was die lange Strecke und das Wetter betraf, weshalb wir vorsichtshalber Schneeketten ausgeliehen hatten.

Woran ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht dachte war, dass es für mich gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit werden würde. In fast 16½ Jahren Pyrenäenberghund, waren wir etliche Male Teile dieses Weges gefahren, um in Frankreich mit unseren Mädels Urlaub zu machen.

Pyrenäenberghund Zwinger du Petit Voyou - CarcassonneDie erste Strecke (ca. 1000km) legten wir in 9 Stunden zurück, trotz Schneegestöbers auf ca. 1/3 der Strecke. Wir übernachteten in Bollène und machten uns am nächsten Morgen bei bewölkten aber trockenen 0°C auf den Weg.

Die Erinnerungen wurden mit jedem Kilometer, dem wir uns unserem Ziel näherten immer intensiver und erdrückender, meine Gemütsverfassung immer trauriger, bis sich alles in einem See von Tränen entlud. Wir legten nur eine kurze Rast ein, da es keinen schöneren Blick auf die mittelalterliche Festung Carcassonne gibt, als vom Autobahnrastplatz aus.
Pyrenäenberghund Zwinger du Petit Voyou - Vier-BordesAm frühen Nachmittag kamen wir nach 4 Stunden Fahrtzeit und 500 km in Argelès-Gazost an und fuhren sofort weiter nach Vier-Bordes einem kleinen Weiler über dem Tal der Gazost um unsere Babys zu besuchen und sämtliche Formalitäten zu erledigen. Ich näherte mich dem Ziel unserer Reise mit gemischten Gefühlen, wie würde ich mich fühlen wenn ich die Bären zum ersten Mal in natura zu Gesicht bekäme?

Bei der Parkplatzsuche beglückwünschten wir uns zu unserer Voraussicht, Schneeketten mitgenommen zu haben. Wenn es heute Nacht schneien würde, hätten wir ohne diese keine Chance unsere Babys in der Früh hier abzuholen. Monsieur Cockenpot empfing uns sehr herzlich, las uns unseren Wunsch von den Augen ab und brachte uns zu erst zu Flanelle und ihren Welpen.

Pyrenäenberghund Zwinger du Petit Voyou - BegrüßungWelch eine Begrüßung! Alle kamen angelaufen und begrüßten uns. Jetzt stand für mich fest, dass es für mich kein Problem seien würde meiner Héloise ein liebevolles und verständnisvolles Frauchen zu sein.

Ich werde trotzdem meine zwei Mädels mit jeder Faser meines Herzens vermissen, aber ich bin bereit für ein neues Kapitel Pyrenäenberghund.

Pyrenäenberghund Zwinger du Petit Voyou - HadrianMit unseren Babies auf dem Arm erledigten wir den Papierkram und bekamen Verhaltensmaßregeln, die sich nicht von unseren unterscheiden. Als unsere Kleinen auf dem Arm quengelig wurden setzten wir sie, schweren Herzens, wieder zu ihren Geschwistern. Jetzt noch eine Nacht schlafen und das Warten hat endlich ein Ende! Das Angebot von Monsieur Cockenpot uns die Welpen Sonntag Früh ins Tal zum Hotel zu bringen nahmen wir gerne an. Ausgerüstet mit "Welpen-Starter-Paket", Eu-Heimtierausweis und "Pyrenäenberghund - Gebrauchsanweisung" zogen wir sehr ungern von dannen.
Pyrenäenberghund Zwinger du Petit Voyou - HeloiseWir bezogen unser Hotel, machten Siesta, um für die Heimfahrt möglichst ausgeruht zu sein und genossen ein hervorragendes Abendessen.

Am Sonntag den 09.12.2012 machten wir uns pünktlich um 6 Uhr auf die Heimfahrt. Das Auto war so umgebaut, dass unser Gepäck im Kofferraum war und 2/3 der Rückbank als Liegefläche für die zwei kleinen Bären diente. Gott-sei-dank vertrugen beide das Autofahren problemlos und es gab Héloise und Hadrien auch eine große Portion Sicherheit, dass sie auf ihrem Weg in ihr neues zu Hause ein Geschwisterchen dabei hatten.
Mit etlichen Pausen zum Erleichtern, Füsse vertreten und Spielen schafften wir es trotzdem am späten Abend zu Hause anzukommen. Wir übergaben Sabine und Hadrien an ihren Mann und waren gespannt auf die erste Nacht alleine in der Fremde.

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